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Spirituelles Räuchern

Als ich als Teenager (Oh man ist das schon lange her….) begann mich für Magie, Esoterik und Spiritualität zu interessieren waren die 2 Dinge die mich von Anfang an am meisten Fasziniert haben die Kräutermagie und das Räuchern.
Mit dem Räuchern beschäftige ich mich jetzt schon seit über 15 Jahren. In der Natur die Zutaten dafür zu sammeln, zu trocknen und dann individuelle Räuchermischungen darauf herzustellen ist eine meiner großen Leidenschaften. Nachdem ich inzwischen auf Kurse im Räuchern gebe und Räuchermischungen Verkaufe wird es höchste Zeit dass ich dazu hier auch mal etwas schreibe.

Spirituelles Räuchern

Wer ist nicht Fasziniert von einem prasselnden Lagerfeuer oder einem brennenden Kamin. Wenn dann noch duftende, Harzige Hölzer ihren Duft abgeben sorgt das für eine ganz besondere Stimmung.

Das Feuer begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden auf ihrem Weg, und mit dem Feuer auch der Rauch.

Die meisten von uns kennen das Räuchern nur noch aus der Kirche wenn während dem Gottesdienst der Duft von Weihrauch die Kirche erfüllt.

In früheren Zeiten war das Räuchern nicht nur auf zeremonielle Handlungen beschränkt sondern war fester Bestandteil des Alltags.
Geräuchert wurde nicht nur um den Göttern, Naturgeistern oder Ahnen zu Räuchern. Man räucherte auch um Krankheiten zu vertreiben und um das Krankenzimmer zu reinigen/desinfizieren. Zum Beispiel mit Fichtenharz oder dem Aromatischen Wacholder.
Aber auch um Ungeziefer und Schädlinge aus den Getreidekammern und Vorratsschränken zu vertreiben.
Aber auch um Räume, Kleidung und Sogar Haare zu beduften. Man setze dazu die Kleidung oder Haare einfach eine Zeit lang dem Rauch aus.

Von der Anwendung von Räucherwerk zum beduften erinnert heute nur noch das Wort Parfum (vom lat. Per Fumam – „durch den Rauch“).

Warum sollte man heute noch räuchern?

Das Räuchern wirkt für die meisten wie ein Relikt aus alter Zeit.
Man kennt es heute Bestenfalls noch aus der Kirche oder von Räucherstäbchen die meistens aus purer Chemie bestehen und zwar Namen wie „Sandelholz“, „Weihrauch“ oder „Zitronengras“ tragen, die genannten Pflanzen aber nie auch nur in die Nähe der Räucherstäbchen gekommen sind.

Warum also sollten wir uns heute noch damit beschäftigen? Hat das Räuchern überhaupt noch Platz in unserer modernen Welt?

Ob das Räuchern heute noch Platz in unserem Leben hat muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden.
Für mich hat es definitiv noch einen Platz, in meinem Leben ist es sogar ein fester Bestandteil.

Für das Räuchern spricht für mich:

1. Das Räuchern ist eine sinnliche Erfahrung. Das Entzünden der Kohle, betrachten wie sich die Funken Stück für Stück durch die Räucherkohle arbeiten und sich zum Glühen bringen. Wenn sie sich langsam von Schwarz, zu glühend Rot und dann zu weißer Asche Verfärbt. Dann nehmen wir etwas von einem Räucherwerk nach Wahl zur Hand. Wir betrachten sie, die glitzernden Stückchen vom Harz, duftende Kräuter und Stücke von Blüten. Wir nehmen etwas davon zwischen die Finger, spüren die einzelnen Bestandteile und geben etwas davon auf die glühende Kohle. Unter Knistern steigt feiner Rauch empor und erfüllt den Raum mit seinem Duft. Der Rauch scheint unsere Seele weg zu tragen, er spricht einen sehr alten Teil unserer Seele an. Wir atmen den Duft ein und lassen uns treiben, lassen uns fallen und genießen einfach nur den Moment.

2. Unsere Ahnen haben über Jahrtausende geräuchert. Zu Festen und um Gott/Götter zu ehren, bei Zeremonien und Festen, bei Krankheit oder einfach nur um sich am Duft zu erfreuen. Dadurch verbindet uns das Räuchern auch indirekt mit unseren Ahnen. Wenn wir Räuchern geben wir uns einer Rituellen Handlung hin die praktiziert wird seit dem Menschen das Feuer nutzen. Es verbindet uns, die Ahnenreihe hinab bis zu unseren frühesten Vorfahren.

3. Der Duft von Räucherwerk öffnet unseren Geist, wir werden offener für Eindrücke, Ideen und neue Gedanken. Das Räuchern spricht direkt die Seele an. Immer wenn ich vor einer großen Entscheidung stehe oder an einem Punkt bin an dem ich einfach nicht weiter komme. Entzünde ich eine Kerze und etwas Räucherwerk, ich beobachte wie der Rauch emporsteigt und gebe dem Rauch meine Sorgen mit damit er sich hinweg trägt. Dann Atme ich den Duft ein und öffne mich für Inspiration und neue Gedanken um eine Lösung für mein Problem zu finden.

4. Das Räuchern eignet sich perfekt um einen Ort, sei es nun ein Raum, Haus oder ganze Grundstücke energetisch zu Reinigen. Jede Emotion, jeder Gedanke, jeder Streit und jede Handlung hinterlässt immer einen „energetischen Abdruck“. Man spürt das oft wenn man z.B. ein Haus betritt in dem ständig gestritten wird. Der Ort fühlt sich für uns dann nicht gut an, wir fühlen uns dort dann einfach nicht wohl. Irgendetwas stört uns dann dort, man kann aber nicht wirklich sagen was genau es ist das stört. Das Räuchern löst diese alten Energien und trägt sich mit dem Rauch hinfort. In einem Zweiten Durchgang lädt man dann mit dem Räucherwerk neue, positive Energie in das Haus ein.

5. Es riecht gut :-).

Das Räuchern begleitet mich schon seit vielen Jahren.
Ich Räuchere um Wohnungen/Orte Energetisch zu reinigen. In Ritualen und als Dank/Opfergabe für die Spirits und Götter mit denen ich arbeite. Zur Entspannung bei einem gemütlichen Vollbad nach einem anstrengenden Tag. Zur Mediation und bei Schamanischen Reisen.

Ich liebe es auch mich mit meinem Mörser und den Kisten mit Harzen & Kräutern hinzusetzen und neue Räuchermischungen zu kreieren. Die Harze, Hölzer, Kräuter und Blüten zu mischen und so etwas völlig neues entstehen zu lassen, das ist für mich pure Mediation und Freude.

Ich benutze überwiegend heimische Kräuter und Harze die ich selber sammle und dann trockne. Die einheimischen Zutaten sind einfach auch Energetisch mit dem Lad verbunden und spiegeln nicht nur das Land sondern auch seine Bewohner wieder.

Wie Räuchert man?

Es gibt mehrere Methoden um zu Räuchern. Ich Bevorzuge immer Räucherkohle.
Ich gehe hier jetzt nur kurz auf die 3 am häufigsten verwendeten ein.

Räucherkohle ist mit Salpeter versetzt, dadurch lässt sie sich sehr schnell entzünden und glüht schnell durch.
Sobald die Kohle Glüht und sich am Rand eine Helle Schicht gebildet hat kann man das Räucherwerk auflegen und den Rauch empor steigen lassen.
Diese Methode ist sehr intensiv, Ideal für Rituale und zur energetischen Reinigung. Die Räucherkohle nur in dafür vorgesehen Räuchergefäßen oder in mit Sand gefüllten, Hitzebeständigen Schalen verwenden. Die Kohle kann bis zu 300 Grad heiß werden, Glas, Porzellan und einiges an Keramik zerspringt unter der Hitze.
Bei einem Grillabend kann man auch einfach ein Stückchen glühende Kohle aus dem Grill nehmen.

Wer es nicht so intensiv will, den Rauch nicht so gut verträgt (Asthmatiker z.B. sollten hier Vorsichtig sein) oder nur dezent für einen feinen Geruch in der Wohnung sorgen will der kann eine Räucherpfanne oder ein Räucher Stövchen verwenden.
Im Grunde sind beide aufgebaut wie eine Duftlampe. Bei der Räucherpfanne findet sich dort statt der Schale für Wasser eine kleine Metallpfanne und beim Stövchen ein feines Sieb.
Darunter kommt genau wie bei der Duftlampe ein Teelicht. In die Pfanne oder das Sieb gibt man dann etwas vom Räucherwerk. Das ganze verdampft dann nur sehr langsam und gibt einen ähnlich Dezenten Duft am wie eine Duftlampe.
Beim Sieb sollte man eher Räucherungen mit einem geringen Anteil an Harzen verwenden. Diese verkleben das Sieb recht schnell und das reinigen dauert dann ewig. Pure Harze oder Mischungen mit einem hohen Anteil an Harz eignen sich eher für die Räucherpfanne.

Wer es ganz Archaisch will verwendet Räuchersticks oder Räucherbündel.
Am bekanntesten sind die aus weißem Salbei die man eigentlich in jedem Esoterikladen bekommt. Der Salbei wird dabei gebündelt und dann mit einer Schnur fest verschnürt und dann getrocknet. Man zündet die Spitze an und bläst das Feuer dann aus. Der Salbei verglimmt dann ähnlich wie ein Räucherstäbchen, nur mit mehr Rauch.
Diese Salbeibündel gibt es in allen möglichen Größen. Sie werden gerne zur Reinigung von Ritualen und bei Indianisch inspirierten Zeremonien verwendet.
Man kann aber auch andere Kräuter verwenden und diese Räucherbündel selbst herstellen.

Was kann man Räuchern?

Im Grunde alles was so in der Natur wächst. Harze von Bäumen, getrocknete Kräuter, Blüten und Wurzeln.

Was man benutzt ist hängt davon ab welche Gerüche man persönlich bevorzugt und für welchen Zweck man räuchern möchte.

So kann man wenn man Liebevolle Energie im Haus haben möchte zum Beispiel Rose, Lavendel und Rosmarin verwenden.
Um in stressigen Situationen um Schutz zu bitten eignen sich unter anderem Wacholder, Weihrauch und rotes Sandelholz.
Um das Haus zu reinigen könnte man Salbei, Basilikum, Lavendel und Fichtenharz verwenden.
Um sich mit den Ahnen zu verbinden würden sich Fichtenharz, Kiefernharz, Wacholderbeeren und etwas Zypresse eignen.

Vorsichtig sein sollte man bei giftigen Pflanzen. In einigen Räuchermischungen finden sich auch Eibe, Bilsenkraut, Alraune und andere Giftpflanzen. Bei diesen Pflanzen sollte man vorsichtig sein. Wenn man sie verwenden möchte sollte man bei geöffnetem Fenster räuchern und den aufpassen dass man nicht zu viel vom Rauch einatmet. Mischungen mit giftigen Pflanzen eignen sich allgemein eher für Räucherzeremonien im Freien.


Wie stellt man Räuchermischungen her?

Das kommt in erster Linie darauf an was man mit der Räucherung bezwecken will.

Will man „nur“ eine Mischung die gut riecht nimmt man einfach ein paar Zutaten die man mag und mischt sie zusammen.

Wenn man eine Räucherung für einen bestimmten Zweck will, z.B. Schutz, Reinigung, Heilung, Liebe anziehen etc. richtet man sich neben dem Geruch auch an magische/mythologische Zuordnungen der Pflanzen. So steht beispielsweise die Rose für die Liebe, der Salbei für Reinigung und Schutz, Weihrauch für die Öffnung für das göttliche und Symbolisiert die Energie der Sonne während Myrrhe einen Bezug zur Erdgöttin hat und der Duft eher in die tiefe führt.

Dazu kommen dann noch andere Entsprechungen, man kann astrologische Entsprechunge n mit einfließen lassen. Oder auch Zahlensymbolik. So bestehen meine Mischungen meistens aus 3, 4, 7, 9 oder 12 Zutaten.

Für das Mengenverhältnis zwischen den einzelnen Zutaten braucht es dann etwas Feingefühl und Erfahrung um eine harmonische Räuchermischung herzustellen.
Meine ersten Mischungen z.B. waren hervorragende Schutzräucherungen…. Zumindest haben sie alles vertrieben und waren so weit weg von „gut riechen“ wie es nur irgendwie geht.

Beispiel für ein Räucherritual

Rituale sind so vielfältig wie die Menschen die sie anwenden.
Die einen zelebrieren ihre Rituale mit viel Gesang, Musikinstrumenten und Tanz während andere eher „Rituale der Stille“ nutzen. Andere arbeiten nach strengen Regeln in denen nichts von den Vorgaben alter Bücher abweichen darf. Wieder andere Arbeiten mit Naturgeistern, Engeln, aufgestiegenen Meistern oder Götter während sich andere einfach auf ihre eigenen Kraft verlassen.

Seht am besten jedes Ritual das andere beschreiben nicht als in Stein gemeißelte Gesetze von denen man keinesfalls abweichen darf. Sehr sie einfach nur als Empfehlung, passt sie euren Bedürfnissen und Vorstellungen an.

Als Beispiel hier ein kleines Räucherritual für „Erfolg
Man wendet es an vor wichtigen Terminen, z.B. einer wichtigen Prüfung oder einem Vorstellungsgespräch. Es nimmt den Druck und die Angst und stimmt uns positiv auf die Herausforderung ein.
Ich verwende im folgendem als Beispiel ein Vorstellungsgespräch.

Ihr braucht:

1 TL Fichtenharz (oder Weihrauch wenn ihr kein Fichtenharz fndet)
1/2 TL Johanniskraut
1 Lorbeerblatt

Räucherkohle und ein Räuchergefäß
1 Kerze (weiß oder Grün)
1 Mörser

Gebt der Reihe nach das Fichtenharz, Johanniskraut und das Lorbeerblatt in den Mörser und zerstoßt die Mischung (nicht zu fein, es muss kein Pulver werden).
Konzentriert euch dabei auf euer Ziel. Stellt euch dabei vor dass das Vorstellungsgespräch erfolgreich verlief und ihr den Job bekommen habe. Lasst dieses Bild gedanklich in die Räuchermischung fließen.

Entzündet anschließend die Kerze und bittet dabei um Erfolg für das Vorstellungsgepräch. Je nach Glauben könnt ihr dabei Gott, die Göttin, euren Schutzengel, die Ahnen oder wen auch immer um Hilfe und Unterstützung beten.

Entzündet nun an der Kerzenflamme die Räucherkohle und legt sie in das Räuchergefäß.
Sobald die Kohle durchgeglüht ist legt etwas von der Räucherung auf die Kohle.
Nehmt die Räucherschale und umkreist damit langsam dreimal die Kerze gegen den Uhrzeigersinn. Lasst dabei gedanklich alle Ängste und Zweifel los. Lasst Gedanken wie „Ich schaffe das eh nicht“, „den Job bekommt bestimmt jemand der besser ist als ich“ etc. los und übergebt sie gedanklich der Flamme und verbrennt sie darin.

Anschließend legt ihr etwas Räucherwerk nach und umkreist mit der Räucherschale die Kerze wieder dreimal, dieses Mal aber im Uhrzeigersinn.
Bittet dabei um Erfolg und konzentriert euch dabei wieder auf das Bild das ihr beim Vorstellungsgespräch fantastisch wart und den Job bekommt.

Stellt die Räucherschale vor die Kerze, legt wenn nötig noch etwas Räucherwerk nach, und schließt die Augen.
Genießt den Duft der Räucherung, bleibt in Gedanken bei dem Bild mit dem Erfolgreichen Vorstellungsgespräch und behaltet dieses Bild gedanklich im Kopf bis es von selbst verblasst bzw. eure Konzentration nachlässt.

Bedankt euch für die Hilfe und lasst die Kerze, wenn möglich, komplett herunter Brennen. Dass man die Kerze nicht unbeaufsichtigt brennen lässt versteht sich eh von selbst ;-).

Falls ihr mehr über das Räuchern lernen möchtet oder selbst eine individuelle Räuchermischung braucht schreibt mir einfach unter mail@rene-goes-raw.de
Oder Schaut einfach bei meinem Etsy Shop „Renes Spiritual Art“ vorbei.