Familienausflug nach München ins Gratitude

Gestern waren wir bei meiner Tante und ihrem Mann in München zu besuch. Ich bin ja kein Fan von Großstädten, bin und bleibe einfach ein Landei. Aber ein paar schöne Fleckchen hat die Stadt schon.

Nach einer kleinen Rundtour durch halb München und den Besuch in vielen ganz Gefährlichen Buchläden, einem Laden mit total verrückten Möbeln, kurzem stöbern im Sexshop Spielwarenfachgeschäft für Fortgeschrittene und einem kurzen Abstecher zum Viktualienmarkt (wer da einkaufen will sollte vorher mit seiner Bank über einen Kredit sprechen…) ging es dann noch ins Gratitude. Das war das einzige was fest eingeplant war.

Die Küche dort ist ab 18 Uhr geöffnet. Das hatten wir aber irgendwie überlesen auf der Internetseite und waren schon gegen 17 Uhr dort :-D.
Die sehr freundliche und gut gelaunte Bedienung (waren gleich 2 von der Sorte da, hab selten so gut gelaunte Bedienungen gesehen) hat dann zwar gesagt dass die Küche erst um 18 Uhr offen hat, sie könnte ja aber man den Koch Fragen ob er nicht schon Lust hat was zu machen. Das haben wir dann aber abgelehnt und bis dahin einfach gemütlich was getrunken. Es war ein schöner Tag, die Sonne kam kurz raus also warum Stress machen 🙂

Es gab frisch gemachte Orangen-Ingwer-Limonade. Die war so genial das ich gleich die Zutaten erfragt habe und so was in der Art demnächst auch mal nachbauen werde. Ideal für den Sommer.

In der Zwischenzeit hatten wir Zeit die Karte zu studieren. Mir gefällt im Gratitude die Bezeichnung für die Gerichte. „Ich bin niedlich“, „Ich bin großartig“, „Ich bin bunt“ etc. das fand ich einfach Klasse.
Neben einigen Rohkostgerichten (an die ich mich natürlich gehalten habe) gibt es auch ein paar warme Gerichte. Man kann also auch Leute mitschleifen die sich nicht Roh ernähren.

Meine Tante konnte es nicht erwarten bis es 18 Uhr wurde und hat kurzerhand das Dessert zur Vorspeise gemacht. Nach der Bestellung gingen sie und mein Freund schnell Zigaretten kaufen (immer diese suchtis), der Kuchen kam als sie noch Unterwegs waren. wir meinten dann kein Problem, dann vernichten wir den halt bevor sie zurückkommen. Die Bedienung meinte dann nur ob sie ihn nochmal in Sicherheit bringen soll bis die 2 wieder da sind *lach*. Eröffnet wurde mit einem Schoko-Bananen-Kuchen. Jeder durfte mal von ihrem Stückchen Kuchen was probieren. Einfach genial, der war so verdammt Lecker 😀 wir haben kurzzeitig schon überlegt den gesamten Kuchen zu entführen. Die Kuchen stehen auf der Karte unter  „I am great – Ich bin großartig“, sehr passend denn genau das war er.

Zwischenzeitlich wollte mein Freund dann noch einen Green Smoothie, im Gratitude ja kein Problem *grins*. Der war auch sehr lecker, ich mach ihn Zuhause nur immer etwas Dicker, also mit weniger Wasser. Für mich Gabs derweil nochmal das übliche 😀

Dann wurde es endlich 18 Uhr, Juhu. Eigentlich erst 17:50, aber der Koche hatte an dem Tag gute Laune und hat früher Angefangen 😀

Für mich gab es „I am fulfilled – Ich bin erfüllt“. Rohkostspaghetti aus Zucchini mit einer Soße aus Dill und Hanfsamen mit Salat und einer total leckeren Rote Beete Creme. Das war einfach gut, ich muss unbedingt auch mal mit Hanfsamen in Nudelsoße experimentieren. Leider war der Teller dann irgendwann leer.

Mein Freund hat sich für etwas Gekochtes entschieden. Bei ihm gab es „I am spicy – Ich bin feurig“ ein rotes Kokos Thai Curry mit Quinoa. Man konnte hier zwischen Quinoa und Basmatireis wählen. Sah auf jeden Fall sehr gut aus.

Bei meiner Tante wurde es Bunt. Für sie gab es  „I am colourful – Ich bin bunt“ gebratenes Gemüse mit einer gelbe Rüben Soße und Quinoa. Sah auch extrem lecker aus. Habe mich aber zurückgehalten und nicht Probiert. Waren aber alle begeistert davon.
Der Mann von meiner Tante nahm dann nur ein Dessert. „I am curious – Ich bin neugierig“, ein Chiapudding mit Mandelmilch, Zimt und Obst. Jeder hat ein Hauptgericht bestellt und er das Dessert. Die Bedienung  fragte dann ob ihm das reichen würde? Der Chiapudding wäre nicht groß, eher winzig :-D. Er meinte dass ihm das leicht reicht, also her mit dem Chiapudding. Er war wirklich klein aber geschmacklich der absolute Hammer. Ich mag Chiapudding total gerne aber so gut habe ich den noch nie hinbekommen. Der absolute Wahnsinn!

Zwischendurch kam die Bedienung kurz raus mit der ich davor über mein Rohkost-Experiment gesprochen habe und fragte ob ich als Rohköstler Carob kenne.
„Je, kenne ich, nehme ich auch gern mal her.“
„Und was genau ist das?“
„Die gemahlenen Früchte vom Johannisbrotbaum oder Affenbrotbaum, bin mir gerade nicht ganz sicher, verwechsle die 2 immer, bin mir aber fast sicher dass es der Johannisbrotbaum ist.“
„Also so eine Art Mehl“
„Nicht ganz, eher so eine Art süßes Kakaopulver“
„Ah, ok, Danke.“

Und ist wieder rein. Ich vermute mal dass jemand auf der Karte die Carobbrownies gelesen hatte und Wissen wollte was Carob ist. Meine Tante meinte dann nur wenn ich so weiter mach stellen die mich gleich noch ein *lach*. Wobei ich da nichts dagegen hätte, macht bestimmt spaß sich dort in der Küche auszutoben.

Dann wurde es draußen doch langsam etwas frisch und wir sind rein gegangen. Das Gratitude hat ein eher schlichtes aber sehr schönes Ambiente. Man fühlt sich gleich wohl da drin. Drinnen gab es dann noch ein Dessert. Wenn wir schon mal in München sind muss das sein, wer weiß wann wir mal wieder nach München und vor allem ins Gratitude kommen.

Mein Freund nahm als Dessert „I am amazing – Ich bin wunderbar“ Schwarzes Sesam-Eis mit Rosencreme. Das ist laut Karte zwar kein Rohkosteis aber das sah so genial aus das ich (genau wie alle anderen) einfach eine Löffelspitze voll probieren musste. Das Eis ist wirklich wunderbar! Das Aroma kann man gar nicht in Worte fassen, man muss es probiert haben. Das Eis ist auch von allen Desserts im Gratitude das größte :-).

Jetzt hatten wir fast alles von der Dessertkarte durch. Es fehlte nur noch  „I am energetic – Ich bin tatkräftig“, das habe ich dann genommen. Carobbrownies mit Maca, Datteln und Mandeln. Nachdem er kam musste ich natürlich wieder erst mal Fotografieren und dann Probieren. Der Brownie ist wirklich klein *g* also habe ich den wirklich ganz bewusst gegessen. Ein kleines Stückchen mit der Gabel abgetrennt und dann…. WOW!!! Der Name für den Brownie passt nicht, der ist nicht Tatkräftig. Der ist eine Offenbarung Gottes in Dessertform. Ich lies alle anderen auch einen Krümel davon Probieren und habe dann bestimmt 10 Minuten gebraucht um den Brownie zu Essen. Man muss jedes Stückchen auf der Zunge zergehen lassen und dann die ganze Aufmerksamkeit auf die Geschmacksnerven lenken.
Der Brownie war mein absoluter Favorit, ich habe dann die ganze Zeit, bis wir ist Bett gegangen sind ständig von diesem Brownie geschwärmt. Allein der ist eine Reise nach München wert!
Später meinte ich dann noch zu meiner Tante dass das Aroma von diesem Brownie das Alltagsbewusstsein ausschaltet und die Seele auf eine wunderbare Reise durch das Universum schickt *lach*.

OK, das sollte eigentlich Brownies heißen 🙁 bei gelegenheit mal neu Hochladen das Bild 🙁

Wir haben die Bedienung dann noch gebeten ein Gruppenfoto von uns zu machen und dann ging es eh schon langsam wieder durch halb München zurück zum Hauptbahnhof und dann wieder nach Hause…. Mit jedem Kilometer weiter weg von den Brownies.

Demnächst werde ich mich auch mal an Brownies wagen und mit ein paar Rohkostkuchen Experimentieren. In einer Buchhandlung mit reduzierten Büchern habe ich 2 Bücher von Teresa-Maria Sura zum halben Preis erlegt. „Das kleine Handbuch der rohköstlich gesunden Torten, Kuchen und Kekse“ und „Das kleine Handbuch der rohköstlich gesunden Grünen Smoothies“. Da sind ein paar echt tolle Ideen drin 🙂

War ein toller Tag in München und hat spaß gemacht mit den anderen durch die Stadt zu laufen. Das nächste mal muss ich aber auf jeden Fall mehr Zeit in den buchläden verbringe, die sind so verdammt gefährlich für mich. Und vor allem, beim nächsten mal bestelle ich gleich 2 Brownies.

Zum Gratitude ist mein Fazit: Tolles Wohlfühl-Ambiente und echt nettes Personal. Alle Freundlich und jeder, von den Bedienungen über die Gäste (spätestens ab dem ersten bissen :-D) bis zu den Leuten in der Küche (zumindest die, die mal rumgelaufen sind) hat jeder ein Lächeln im Gesicht. Das sieht man selten. Das Essen ist einfach Lecker und schön angerichtet, das Auge isst ja bekanntlich mit. Und vor allem die Desserts sind der absolute Wahnsinn und fast besser als Sex! Der Brownie hätte aber ruhig etwas größer sein dürfen. Preislich finde ich es auch in Ordnung, Das Essen ist Fantastisch, der Service einfach Weltklasse man fühlt sich einfach wohl im Gratitude.

Also auf jeden Fall mal einen Besuch wert. Wer mal in der nähe ist sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

5 Gedanken zu „Familienausflug nach München ins Gratitude

  1. Hey Rene,

    Zunächst einmal ein ganz großes Lob an Dich. Ich lese sehr gern auf deinem Blog, probiere mich durch deine Rezepte und lasse mich von deiner Begeisterung für die Rohkost anstecken. Dein Bericht kommt mir sehr gelegen, da ich in 2 Wochen ebenfalls für ein paar Tage in München weilen werde – das Gratitude steht nun auf meiner Liste 🙂

    Deine Begeisterung für Rohkost-Bronwies teile ich (auch wenn ich bisher nur meine eigenen Kreaktionen probiert habe). Ich mixe sie aus Datteln, Mandeln, Kakao und etwas Zimt zusammen – sie sind ebenfalls eine Offenbarung 🙂

    In letzter Zeit versuche ich mich immer wieder an rohköstlichen Kuchen und Desserts. Ich kann dir uneingeschränkt den folgenden Rohkost-Blog empfehlen (falls du ihn nicht schon kennst): http://www.thisrawsomeveganlife.com/
    Ich habe vor ein paar Tagen von der Seite eine rohköstliche Eiscremetorte nachgebaut – den wohl schönsten „Kuchen“ der Welt (du weißt ja das Auge isst mit und so…). Lecker war der natürlich auch. Das ist er: http://www.thisrawsomeveganlife.com/2012/12/layered-ice-cream-cake-with-chocolate.html#.UXe6HnAvZll

    Viele Grüße und mach weiter so!
    Anne

    • Hi Anne,

      Danke 🙂 freut mich das dir der Blog gefällt.
      Da wünsche ich vorab schon mal viel Spaß und guten Appetit im Gratitude.

      😀 Ich habe gestern auch meinen ersten Rohkostbrowie zusammengebastelt. An den Gottesbrownie *lach* reicht er zwar nicht ran aber auch extrem lecker.

      Ja, den Blog kenne ich. Der ist böse, da bekommt man immer auf geheimnisvolle weise Hunger beim durchstöbern 😀

  2. Hi Rene,
    du machst einem den Mund hier aber total wässerig 😉
    Bei diesen Köstlichkeiten fiel mir eine lebenslange 90%ige
    Rohkosternährung überhaupt nicht schwer. So ab und
    zu etwas vollwertiges Erhitztes wie die Gerichte von der Karte
    dürften schon noch sein.
    Das ist ein toller Bericht vom Gratitude 🙂

    • Hi Marita,

      *grins* daran musste ich die Welt einfach teil haben lassen. Nur Schade das es noch keine „Schmeckfunktion“ am PC gibt 😀
      Und etwas erhitztes darf ruhig sein zwischendurch, Hauptsache man fühlt sich gut damit 🙂

  3. Whow, das war ja mal eine echte hoch-genussvolle kulinarische Reise! 😉
    Da kriegte man jetzt richtig Lust reinzubeißen und vor allem der Brownie reizte schon sehr ^^

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.