Saftfasten – Abschlussbericht & wie es weiter geht

So, jetzt aber endlich mal los mit dem Abschlussbericht zum Saftfasten. Wurde jetzt doch etwas später. Die Arbeit hat mir nicht viel Zeit gelassen und ich habe den Text so oft umgeschrieben weil es so viel zu Sagen gibt, es hat sich einfach so viel Getan.

Aber erst mal eine kurze Zusammenfassung vom Essen der ersten 2 Woche nach dem Fasten. Ich habe es ruhiger angehen lassen. Es gab weniger Smoothies als geplant dafür vor allem Rohe Suppen aus dem Vitamix. Ich habe diese Woche alles aus dem Handgelenk gemacht, also nichts abgewogen. Darum nur mal ein paar Fotos :-). Einen Teil der Rezepte findet ihr auf meine Facebookseite. Hier wird der Beitrag sonst viel zu lange.

Grüne Frühstückscreme, Smoothie zum Löffeln 🙂

 

Karottencremesuppe aus Karotten, Hanfmilch, Kelp, Pfeffer, Ingwer und Kurkuma mit Linsensprossen.

 

Der erste Teller mit Fermentierten Gemüse.

 

Gemischter Salat mit Fermentiertem Gemüse.

 

Frühstückscreme aus Hanfmilch, gekeimten Buchweizen, Datteln und Vanille. Inspiriert von Dr. Switzer.

 

Frühstückscreme aus Hanfmilch, Datteln, Vanille, Kokos und Flohsamenschalen.

 

Neben den Suppen gab es auch einiges an Salaten und Leinsamencracker um den Darm wieder aus Trab zu bringen, der hatte ja nicht viel zu Tun die letzte Zeit. Die wurden wie immer wieder mal eher würzig.
Auch Fermente gab es einige. Beim Fasten gab es ja vor allem Rejuvelac und Wasserkefir. Jetzt kamen auch Sauerkraut und verschiedenes Milchsauer vergorenes Gemüse dazu. Zum Fermentieren kommt die nächsten tag mal ein etwas ausführlicher Beitrag. Hoffe dass ich den schneller fertig stellen kann als diesen hier.

Für die Leinsamencracker habe ich sogar ein Rezept 🙂

Leinsamencracker Pikanto

90 g goldener Leinsamen
500 g brauner Leinsamen
45 g Flohsamen oder Chiasamen
4 TL Chiliflocken
1 TL Pfeffer
2 Knoblauchzehen
1 TL Senf
4 EL Sojasoße
1 TL Curry
1400 g Wasser

Die Hälfte der braunen Leinsamen fein mahlen.
Knoblauch, Senf und die restlichen Gewürze mit ein wenig vom Wasser im Mixer Pürieren und dann alle Zutaten zusammen in eine Schüssel geben. Gut durchrühren und 2-3 Stunden quellen lassen.

Danach auf 4 Einschübe vom Sedona (mit Paraflexxbögen ausgelegt) verteilen und glatt streichen. Mit einem Messer, Spatel oder Teigroller Linien in de Teig ziehen. An denen entlang lassen sich die Cracker nach dem trocknen gut in Stücke brechen.
Nach Lust und Laune noch mit Chili, Sesam, Kräutern etc. bestreuen.

Bei 40 Grad für 12 Stunden trocken. Dann die Cracker auf Einschübe ohne Paraflexxbögen stürzen und fertig trocknen. Das hat noch mal 7 Stunden gedauert (hängt aber vor allem davon ab wie dick man den Teig ausgestrichen hat, mal dauert es etwas länger, mal etwas kürzer)

In einer gut verschließbaren Box/Dose aufbewahren.

 

Die Cracker haben mir sehr gut getan in der ersten Woche. Hatte auch ständig welche in der Arbeit dabei und als Beilage zu Salat und Suppen.

Gefühlt habe ich mich in der ersten Woche gut. Es tat so gut wieder zu kauen und richtig was zum beißen zu haben. Vor allem im Wald bei den Wildkräutern. Nicht nur Sammeln sondern gleich 1 Handvoll Löwenzahn, Vogelmiere oder andere Wildkräuter zu essen. Es gibt nichts Schöneres als bei angenehmen Frühlingstemperaturen im Wald Wildkräuter zu Essen und dabei die Sonne zu genießen.

Einläufe gab es auch noch in der 1. Woche Regelmäßig. Nach dem sehr langem Fasten wo ja auch die Saftmenge immer weniger wurde hatte der Darm kaum was zu tun außer den Müll zu Entsorgen. Aber mit ein paar Einläufen und den Leinsamencrackern hat er schnell wieder so gearbeitet wie er das soll.

Dann mal dazu was sich alles getan hat beim Fasten. Und das war viel.

Der erste punkt ist natürlich das sich ein paar Kilos verabschiedet haben. Ich habe ja keine Waage Zuhause und habe mich daor nicht gewogen. Gestern stand ich mal bei meiner Schwester auf der Waage. 87 kilo…OK, weniger auf jeden Fall. Die Kleidung hängt auch viel Lockerer und bei meinem Gürtel brauchte ich während des Fastens und in der ersten Woche danach 3 neue Löcher. Davon gibt es auch ein Foto. Ja, ich weiß, der Gürtel sieht schon ganz schön fertig aus, aber solange er nicht Selbstmord begeht kaufe ich keinen neuen *g*.

 

Dann hat sich die Haut massiv gebessert. Die Schuppenflechte ist noch nicht ganz weg, da geht die „Therapie“ jetzt erst mal mit Rohkost weiter und im Sommer mache ich eventuell noch mal ein Saftfasten wenn die Wildkräuter stärker wachsen als jetzt. Im Moment ist ja noch alles recht klein, auch wenn das Grünzeug die letzten Tage echt Gas gegeben hat. Bin gespannt wie es mit der Haut weiter geht. Mit dem Fasten habe ich schon mal gut was vorgelegt jetzt. Der gelegentliche Juckreiz ist weg, auch heute noch. Und speziell von der Kopfhaut rieselt auch nichts mehr. Das ist momentan auch noch so (darf auch gerne so bleiben!).

Dann hat sich die Sehleistung verbessert. Ich hatte auch vor dem Fasten keine wirklichen Probleme mit meinen Augen. Aber während des Fastens hat sich die Sehleistung gesteigert. Ich sehe schärfer als davor. Den Punkt finde ich mehr als interessant. Wenn ich noch mal länger Faste gehe ich davor auf jeden Fall davor und danach mal zum Augenarzt und lasse die genaue Sehstärke messen.

Was sich auch massiv verbessert hat sind meine Zähne. Ich habe mich ja früher von reinem Müll Ernährt. Viele Fertigprodukte, Süßigkeiten, Kiloweise Fleisch (natürlich das billigste und minderwertigste das man beim Discounter finden kann…), an Getreideprodukten fast nur den Dreck aus Weißmehl. Abgerundet hat diese Mischung jede Menge Cola, Limo und ähnliche Sachen. Das hat auch meine Zähne ganz massiv in Mitleidenschaft gezogen und ich habe immer wieder mal Probleme damit. Auf den Zahnarzt kann ich bislang noch nicht wirklich verzichten.
Während des Fastens ist mir aber irgendwann aufgefallen das meine Zähne nicht mehr so Kälteempfindlich sind. Das sind sie normal ganz extrem. Ich habe ab und zu Eiswürfel in meinen Saft getan, irgendwann ist mir dann aufgefallen das ich angefangen habe diese zu zerkauen, total Unterbewusst. Bis es dann in meinem Kopf doch gerattert hat und der Gedanke „Was machst du da???? Kaust du da etwa gerade EISWÜRFEL???“ kam. Ja, machte ich. Die Kälteempfindlichkeit war weg. Ich müsste jetzt alle Berichte durchlesen wann das genau war, aber so zwischen Tag 30 und 35 glaube ich.
Das hält auch immer noch an. Fand ich sehr interessant dass sich das Fasten auch so Positiv auf die Zähne ausgewirkt hat.

Was sich auch bei den Zähnen bzw. im Mundraum getan hat waren Entzündungen die in Intervallen kamen. Bzw. immer eine Entzündung an immer derselben Stelle. Genau dort wo ich beim Letzten Zahnarztbesuch die Betäubungsspritzen bekommen habe. Das erste Mal war es richtig massiv und Schmerzhaft. Dann mit jedem Interwall wurde es leichter. Die Entzündung hielt immer nur 3 bis maximal 4 Tage und verschwand dann wieder über Nacht. Da musste wohl dringend irgendwas raus.

Auch an einem bestimmten Zahn hat es stark gearbeitet. Vor einigen Monaten bekam ich eine Wurzelbehandlung an einem Zahn der total kaputt war. Ich wollte ihn erst einfach ziehen lassen. Der hat aber eine leichte Schieflage und er hätte die beiden Zähne daneben auch Ziehen müssen (die aber in Ordnung sind soweit). Also dir wurde es die Wurzelbehandlung. Ich weiß, nicht die beste Lösung weil da jetzt ein „toter“ Zahn drinsteckt aber ging leider nicht anders. Wollte nicht 2 gesunde Zähne ziehen lassen und die 2. Option, eine OP, klang jetzt auch nicht unbedingt verlockend für mich.
Während des Fastens, zwischen Tag 30 und 40 fing der Zahn an in Intervallen immer wieder mal weh zu tun. Er wurde auch Lockerer und wackelte etwas. Dachte erst der fällt raus, gegen Ende des Fastens tat er dann aber nicht mehr weh und war wieder fest. Ich habe keine Ahnung was das war und kann mir nicht Erklären was für eine Aktion vom Körper war.

Ansonsten hat sich einiges am Denken getan, das geht ja schon bei der Rohkost in völlig andere Richtungen. Beim Fasten wird der Effekt aber noch stärker. Man sieht die Welt anders, klarer. Vor allem in der Natur, man nimmt sie  viel bewusster wahr als im Alltag.

Auch das allgemeine Körpergefühl hat sich verbessert. Ich fühle mich um Welten besser als vor dem Fasten.

Und wie geht es jetzt weiter?

Die Ernährung ist ja für mich immer ein Experimentelles Feld. Ich Teste immer wieder neue, Probiere neue Konzepte aus etc.

Ich will bei Überwiegend Rohkost bleiben aber nicht ganz so wie bisher sondern mit einigen Veränderungen.

Ich will meine Ernährung etwas einfacher gestalten. Zwar zwischendurch immer wieder mal Gourmetrohkost, eine Torte etc. aber Überwiegend eher einfachere Sachen wie Smoothies, Salate und Co.

Ergänzen will ich die Rohkost gelegentlich auch mal um etwas Gekochtes. Das habe ich auch vor dem Fasten so gehandhabt. Will aber mehr darauf achten das der Anteil an gekochten nicht wieder so hoch steigt. An gekochten Sachen wären das dann gelegentlich Kartoffeln, Bohnen und andere Hülsenfrüchte (machen sich echt gut im Salat), schonend gegartes oder Gedämpftes Gemüse und auch mal Glutenfreie Nudeln oder Reis.

Dann will ich vermehrt Fermentierte Nahrung einbauen. Die tut mir sehr gut und die eigene Herstellung macht einfach spaß. Aber dazu kommt wie gesagt die nächsten Tage noch ein separater Bericht.

Dann will ich mit dem Ernährungskonzept von Dr. Switzer mehr Experimentieren. Ich will also einerseits den Anteil an Wildkräutern weiter steigern.
Aber auch mit seinem Konzept mit geringen mengen an Tierischen Produkten will ich Experimentieren. Wie komm ich jetzt darauf dass ich tierische Produkte Integrieren will? Bisher war es ja nur Honig. Ich hatte vor ein paar Monaten ganz massive Lust auf Ei. Ich habe mir dann eine Avocado in Würfel geschnitten und das ganze mit Pfeffer und Kala Namak gewürzt. Das Kala Namak (Indisches Schwarzsalz) kommt ja recht nah an Ei ran geschmacklich. Aber das war es nicht. Hat mich nicht Zufrieden gestellt. Aus der einen Avocado mit Kala Namak wurden mehrere Avocados. Aber das war es einfach nicht. Ich wollte aber kein Ei essen weil bisher meine Haut immer ganz massiv darauf reagiert hat. Bisher hatte ich Eier allerdings immer erhitzt (gekocht, Spiegelei, Rührei etc.) gegessen. In seinem Buch fand ich dann ein Rezept für eine Creme aus Kokosmus, Eigelb, Honig, Zitronensaft und Vanille. Habe lange einen inneren Dialog mit mir geführt und bin dann doch in den Bioladen und habe eine kleine Packung Eier gekauft. Ich dachte mir fall es nichts für mich ist kriegt den Rest halt mein Freund. Habe mir dann diese Creme gemacht und gegessen. Schmeckte unglaublich gut und ich bekam davon einen unglaublichen Energieschub. Die Lust auf Ei (die ich fast 2 Wochen lang hatte) war weg und auch meiner Haut ging es super.

Dr. Switzer sagt in seinem Buch das eine GERINGE menge an tierischen Produkten einige Stoffwechselvorgänge Optimieren kann aber auch die Nährstoffaufnahme aus Pflanzlicher Kost verbessert. Die Vorraussetzung, die Tierischen Produkte sollten (mit Ausnahme von Gelatine oder Suppe mit ausgekochten Knochen… nein Danke, das mag ich eh ganz sicher nicht) möglichst Unerhitzt, also Roh verzehrt werden.  Zu den Produkten die er empfiehlt gehören: Gelegentlich ein Eigelb (das Eiweiß enthält Enzymhemmer), Butter und  Käse aus Rohmilch oder gelegentlich mal ein wenig Rohmilch (in Eis oder mit einem Milchkefir Fermentiert), Kaltgeräucherter Fisch (weiß nicht so recht… mal schauen ob ich mit dem auch Experimentiere) oder auch mal Gelatine oder eine Rinderbrühe/Hühnerbrühe wo die Kochen zerschnitten mit ausgekocht werden damit sich die Gelatine löst (DAS lasse ich auf jeden Fall weg.)

Durch meine Erfahrung mit dem Ei und früher öfter mal mit Käse denke ich dass an dem Konzept was dran sein könnte. Aber das zeigen ja dann Experimente damit.

OK, das war es erst mal soweit von mir. 🙂

5 Gedanken zu „Saftfasten – Abschlussbericht & wie es weiter geht“

  1. Hallo Rene, Dein Bericht ist sehr interressant. Sobald die Wildkräuter etwas mehr rausgekommen sind, möchte ich auch eine Saftfastenphase zur Reinigung einlegen. Vom Entsafter bis zum festen Vorsatz ist sonst alles bereit ! Bis bald Mony

  2. Meinen Respekt fürs Durchhalten beim Saftfasten. Ich habe gesehen, dass es ja täglich ein ganz schön großer Schwung an Gemüse und Obst zu bewältigen war. Wie belaufen sich denn die täglichen Kosten ungefähr dafür?

    1. Hi Stefanie,

      am Anfang waren die Kosten höher weil ich am Anfang 3-4 Liter Saft am Tag getrunken habe wie es beim Juice Feast empfohlen wird. Da waren es je nach Zusammenstellung der Säfte 10-20 €. Kommt aber auch darauf an welches Gemüse und Obst man verwendet und variiert auch je nach Jahreszeit etwas.

      Mit der Zeit wurde die Saftmenge aber Automatisch immer weniger, dann waren es so um die 3-5 € am Tag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.